Elefantendenkmal
Steht seit dem 100. Jubiläum 1957 auf dem Dorfanger.
Lage auf komootNiederroßla an der Ilm · seit 1907 alle 25 Jahre
Im Februar 1857 starb die indische Elefantenkuh Miss Baba vor den Toren des Dorfes. Seitdem heißen die Niederroßlaer „Elefantenkitzler“ und feiern ihre Ehrenbürgerin.
Eine Wandermenagerie, ein Stall voller gefrorener Rüben und ein Gesangsverein auf dem Heimweg von der Probe.
Die Menagerie der Familie Kreutzberg kommt ins Dorf. Miss Baba wird im Stall der Witwe Burckhardt untergebracht. Hinter einer Trennwand lagern Runkelrüben.
Der Elefant drückt die Wand ein und frisst die eiskalten, teils gefrorenen Rüben. Die Besitzer müssen Rüben und Wand bezahlen und reisen verärgert früher ab, Richtung Buttstädt.
Miss Baba bekommt Koliken und bricht zusammen. Es ist Fastnachtszeit, unter den Schaulustigen sind angetrunkene Sänger des Gesangsvereins.
Bleibt das Tier auf Niederroßlaer Flur, muss die Gemeinde es versorgen oder den Kadaver beseitigen. Also treibt man es mit Stöcken und Stangen Richtung Wersdorf. Wenige Meter vor der Grenze stirbt es.
Miss Baba war eine indische Elefantenkuh und die Hauptattraktion der Menagerie, die Mitte des 19. Jahrhunderts durch Mitteldeutschland zog. Sie beherrschte einige Dressurstücke.
Unterwegs lief sie in einem geschlossenen Wagen ohne Boden, der um sie herum aufgebaut wurde. So konnte niemand sie umsonst sehen.
Die Familie Kreutzberg verklagte den Gesangsverein auf Schadenersatz. Die Sänger gaben an, sie hätten den Elefanten nicht geschlagen, sondern nur gekitzelt. Zwei Jahre später wies das Gericht die Klage ab.
Das Urteil sorgte im ganzen Landkreis für Gelächter. Niederroßla hieß fortan im Volksmund „Kitzelbach“, der Ort, wo man Elefanten totkitzelt. Die Einwohner tragen seither den Necknamen „Elefantenkitzler“.
Jedes Vierteljahrhundert feiert das Dorf seinen Elefanten. Jedes Fest hat etwas hinterlassen.
Das erste Elefantenfest.
Ein Gedenkstein wird an der Linde im Elefantental gesetzt.
Das Elefantendenkmal auf dem Dorfanger entsteht. Pferde ziehen die ausgestopfte Haut durch den Ort.
Die Haut kehrt kurz aus Gotha nach Niederroßla zurück.
Eine Ausstellung zeigt Haut und Skelett erstmals gemeinsam.
Das nächste Fest. Termin folgt.
Ehrenbürgerin von Niederroßla, Wappentier des Ortes und das älteste erhaltene Hautpräparat eines Elefanten.
Steht seit dem 100. Jubiläum 1957 auf dem Dorfanger.
Lage auf komootHier starb Miss Baba. Damals wurde eine Linde gepflanzt, 1932 kam ein Gedenkstein dazu.
Niederroßla führt heute einen Elefanten im Ortswappen.
Präpariert im Naturkundemuseum Gotha, heute im Museum der Natur. Sie gilt als ältestes erhaltenes Hautpräparat eines Elefanten.
Naturkunde auf Schloss FriedensteinLange am Zoologischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität, gezeigt im Phyletischen Museum.
Phyletisches Museum JenaDie Haut sollte angeblich als Beute nach Amerika. Weil sie nicht in den Waggon passte, schnitt man die Beine ab. Belegt ist das nur teilweise.
Vom Fest 2007, von der Geschichte hinter Miss Baba und vom Ort an der Ilm.
Das sechste Elefantenfest findet 2032 statt. Programm und Termin werden bekanntgegeben, sobald sie feststehen.
Wer Bilder oder Geschichten von den Festen 1957, 1982 oder 2007 hat, kann sich beim Burg- und Heimatverein Niederroßla melden. Der Verein gab 2007 auch die Neuauflage des Miss-Baba-Buchs heraus.
Elefantendenkmal
Buttstädter Straße 7
99510 Ilmtal-Weinstraße OT Niederroßla
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